Die Machtverhältnisse zwischen Erwachsenen und Kindern

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Adultismus benennt ein gesellschaftliches System von Diskriminierung, in dem die Kompetenzen und Perspektiven von Kindern und Jugendlichen grundlegend weniger Anerkennung erfahren und Selbstbestimmung und Partizipation verwehrt werden (können).       

Erwachsene - und im direkten Kontakt Eltern, Hauptbezugspersonen und pädagogische Fachkräfte  haben im Verhältnis zu Kindern mehr Macht. Auch dann, wenn es sich gar nicht so anfühlt! Macht Macht beinhaltet die Möglichkeit, über Strukturen, Ressoucen und Abläufe zu entscheiden, zu definieren, was richtig und falsch ist und sich mit der eigenen Perspektive und den eigenen Anliegen durchzusetzen. Das ungleiche Machtverhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern durchzieht die Gesellschaft auf allen Ebenen. Adultismus zeigt sich in vielfältigen Formen in unserem eigenen Handeln, in Sprache, Strukturen und weit verbreiteten Bildern über Kinder und darauf basierenden Vorstellungen von Erziehung.

Adultismus ist oft unsichtbar. Das, was für Kinder täglich als real erfahrbare Ungerechtigkeit, Verletzung oder Abwertung erfahrbar ist, wird seitens der Erwachsenen oft als selbstverständlich angenommen oder als notwenig gerechtfertigt. Adultismus steckt tief in uns allen. Als Erwachsene haben wir mit verinnerichter Dominanz zu tun, viele junge Menschen widerum verinnerlichen ihre Unterlegenheit.

Eine Auseinandersetzung mit Adultismus möchte uns dazu einladen, die eigene Perspektive, das eigene Verhalten und unsere Strukturen zu hinterfragen und dessen Auswirkungen für die Kinder und unsere Beziehungen zu ihnen zu erkunden.

                                                                                    winkelmann@adultismuskritik.de

Wenn wir uns auf den Weg machen, die Beziehungen zu jüngeren Menschen zu verändern und Verantwortung für unser Handeln aus der Machtposition übernehmen, sind wir zunächst über einen längeren Zeitraum mit Bewusstwerdung beschäftigt. Wir beginnen immer öfters zu bemerken, wann unser Handeln grenzüberschreitend ist und nehmen die Reaktionen der Kinder, ihre Verletzungen und ihre Widerstände darauf deutlicher wahr. Dann ist es wichtig, nicht in die Fallen von "richtig" und "falsch" zu geraten, uns selbst wohlwollend zu begleiten und mit Mut und Neugier neue Wege zu (er)finden. Im besten Fall gemeinsam mit Kolleg*innen und Freund*innen und dem ganzen Rucksack voll eigenem Gepäck.